Wie versprochen natürlich ein ausführlicher Bericht zum Fisherman Freiend Strongman Run 2011. Gemeinsam mit dem Freundeskreis ging es bereits am Samstag früh los von Dresden nach Nürburg um rechtzeitig die Startunterlagen abzuholen.
Startunterlagen
Die Anfahrt zum Nürburgring war schon voller Begeisterung. Entlang der Rennstrecke ging es die Landstraße lang und an zahlreichen Blickpunkten sammelten sich Menschen um schnelle und weniger schnelle Autos auf dem Nürburgring in waghalsigen Kurven zu sehen. Autos aus allen Ländern befanden sich neben und auf der Strecke. Es war sofort zu bemerken wie groß die Tradition des Nürburgrings ist.
Bereits einige Kilometer vor dem Hauptbereich waren die Parkplätze für Sonntag ausgeschildert und als Parkplatz für Zuschauer und Läufer ausgeschildert.
Wir nutzen direkt einen Parkplatz am “Ring-Boulevard” und waren bereits begeistert von der Größe der Gebäude die sich hinter der Tribüne im Start/Ziel-Bereich befanden.
Auf dem Parkplatz wurden 5 Euro Parkgebühr fällig. Der Parkschein für Läufer befindet sich schließlich erst in den Startunterlagen. Rein in den “Ring-Boulevard” und Startunterlagen abholen. Warteschlangen gab es gegen 15 Uhr keine und so hatte ich in kurzer Zeit meine Unterlagen. Meine Startnummer – wie auch schon vorher bekannt: 10.590. Anschließend ging es ab zum Merchandising-Shop vom Run – der ein kleiner Tisch war. Schließlich erinnerten mich meine Freunde daran, dass man für einige Hindernisse sicherlich Handschuhe gut nutzen könnte. Nun war mir klar, wieso es die Fisherman Friend Handschuhe auch online im Shióp gab. Wie nun am Merchandising-Stand ich aber erfuhr, gab es diese auch wirklich nur online. Also keine Handschuhe. Ist schließlich auch der Strongman und nicht der “Pussyman”.
Streckenbesichtigung
Auf ging es nun zur Streckenbesichtigung. Einige Hindernisse wollte ich mir vorher anschauen. Also liefen wir einen Teil hinter dem Michael-Schumacher-S ab. Es dauerte einige Zeit bis wir ein offenes Tor fanden über das man auf die Tribünen bereits kam und einen Teil der innenliegenden Strecke sehen konnte. Anschauen wollten wir uns aber den Außenbereich mit den Hindernissen: “Devils Playground”, “Cool Down” und “Cliffhanger”.
Also ging es wieder raus aus dem Nürburgring. Weder “Devils Playground” noch “Cool Down” machten mir Angst. “Cliffhanger” hingegen schon mehr. Die Strecke zum “Hangeln” ist zwar nur kurz, aber ich konnte es nicht einschätzen. Also wurde einmal getestet. Jawoll, es klappt! Auf geht es zu weiteren Hindernissen. Klar zu sehen war bereits die starken Höhenunterschiede und die gar nicht als Hindernisse bezeichneten Unwägbarkeiten der Strecke, wie steilere Hänge, Schutthaufen und anderen Schwierigkeiten.
Einige Hindernisse ließen wir bewusst aus und widmeten uns auf dem Weg zurück zum Auto direkt dem “Schicksalsberg”.
Am Ende einer langen Steigung standen im noch immer schrägen Hang 4 Heuballen mit einer Höhe von jeweils – schätzungsweise – 1.60 Meter. Auch hier testete ich sofort und mir war klar, dass das ein schweres Hindernis wird. Meine Übung war eher deprimierend. Ich kam nicht gut drüber. Kam aber in dem Moment auch nicht auf die Idee einfach ein wenig zu springen. Sondern zog mich nur mit Armeskraft herauf. Das muss schlimm ausgesehen haben.
Die Parkplatzsuche
Um 12 Uhr war Start, also wollten wir 9:30 Uhr bis 10 Uhr da sein. Die Parkplatzsuche begann mit einem Stau bereits etwa 3-4 km vor dem Nürburgring. Die ersten Läuferparkplätze schienen voll zu sein und so wurden wir nicht mehr auf den Parkplatz vor dem Nürburgring gelassen, sondern wurden auf einen eigentlich als “Für Zuschauer” ausgewiesenen Parkplatz hinter dem Ring gelotst. Leider wussten wir bis dahin gar nicht was nun los ist und wo es hingehen sollte. Ein wenig falsch geplant erschien uns dies schon. Man müsse doch wissen wieviele Leute sich angemeldet haben und damit wieviele Autos für Läufer maximal zu erwarten sind.
Der Weg von dem Parkplatz zum Start/Ziel-Bereich war zum Glück nicht so gewaltig.
Die Zeit vor dem Lauf
Das Wetter war kühl, die Sonne nicht da und die meisten der Läufer sahen etwas erfroren aus. Ich behielt meine Jacke so lang es ging an und erst etwa 45 Minuten vor Start bewegte ich mich Richtung Startbereich. Zuvor musste ich mich von meinem Freundeskreis verabschieden, denn diese verließen mich in verschiedene Richtungen zum fotografieren. (Vielen Dank an dieser Stelle)
Meine Jacke packte ich in den Beutel und gab Sie beschriftet mit meiner Startnummer im gut beschilderten Bereich für Startnummer 10.000 bis 11.000 ab. Hier waren keine Wartezeiten und mein Gepäck schien in der Gepäckaufbewahrung auch gut unterzukommen. Es waren die Boxen der Rennstrecke. Hinter dem Startbereich befanden sich auch die Toiletten, Duschen, Getränke- und Essensstände und der Trouble-Desk – der wenig zu tun hatte und anscheinend auf eine gute Organisation hinzudeuten schien.
Auch die Hindernisse “Dirty Dancing” (Schlammloch), “Stairways to Heaven” (erneute Treppe aus Heuballen) und “Hot Wheels” (Reifen) befanden sich hier und versprachen eines der Zuschauer-Hot-Spots zu werden.
Der Start
Also ging es nach einer kleinen Aufwärmung an den Start und die letzten 30 Minuten wurden abgewartet. Dann 12 Uhr der Start. Die Massen setzten sich in Bewegung und kamen 20 Sekunden später wieder zum Stehen. Ich war noch immer nicht über Start gekommen und es dauerte wieder einige Zeit bis die Massen in Bewegung kamen. Dann ging es los. Bereits hunderte Meter war vor mir die Menschenmasse an Läufern zu sehen.
Das Rennen
Nach etwa ein Kilometer kam das erste Hindernis und die Menschenmassen waren einfach zu viele. Hunderte sammelten sich am ersten Hindernisse und ich musste sicherlich um die 20 Minuten am Hindernis ”Double Trouble” warten. Anschließend ging es durch Schotter, die Tribünenstufen hinauf, den Berg hinab und in den “Devils Playground”. Ein leichtes und schnell abgehakt. Dann ein wenig abwechselnd auf der Wiese bergauf-und bergab um am Ende durch die Wasserrutsche einige Meter auf nasser Bahn zu rutschen. Empfohlen wurde auf dem Hintern. Aufgrund der geringen Wassermengen und dem geringen Druck des Wassers aber bequem im Stehen zu erledigen. Das Wasser sammelte sich am Ende in einem Becken von dem es erneut hochgepumpt wurde. Hier wurde man nun das erste mal so richtig bis zum Bauch nass.
Die nächste Hürde war der “Cliffhanger” – Wartezeit: erneut gut 10 Minuten. Ansonsten aber dank der Übung am Vortag kein Problem. So war es auch mit allen Anderen Hindernissen. Den größten “Schiss” hatte ich ja auch vor dem Schicksalsberg und die langen Bergauf-Passagen. Und dieses Hindernis sollte ziemlich schnell mich erreichen. Der Anstieg war an sich kein Problem, auch weil ein weiteres Laufen bis zu dem Hindernis nicht sinnvoll erschien. So ging ich die letzten 200m nur noch mit schnellem Schritt um erneut am Hang vor dem Hindernis 10-15 Minuten zu warten.
Aber auch hier klappte alles hervorragend was die gegenseitige Hilfe anging und wie auch schon beim Hindernis 1 wurden alle Läufer die außen rum abkürzen wollten ausgebuht.
Besonders schlimm waren die Wasserhindernisse wie das “Spinnennetz”. Hier empfand ich das Wasser besonders kalt. Laut Veranstalter 5°C. Und erst einmal im Wasser bis zur Hüfte stehend dauerte es auch einen Moment bis wieder genug Platz am Netz war um hochzukommen.
Dann ging es weiter den Berg hinauf durch zahlreiche andere Hindernisse und Unwegbarkeiten, die gar nicht als Hindernis deklariert wurden, trotzdem aber einiges an Abwechslung boten. Steilere Passagen, lange Bergauf-Passagen, Schuttberge, … .
Spannend und mit hoher Wartezeit verbunden war dann noch der “Schicksalsberg”. Am Tag zuvor bereits getestet, wusste ich nun dass es mit einem Sprung am Besten ging. Doch dieser musste nur im Ansatz ausgeführt werden. Oben standen bereits die vor einem laufenden Läufer und halfen einem hoch. Danach blieb ich stehen und zog den nächsten hoch und so ging es weiter und auch an ähnlichen Hindernissen wie die “Eifeler Nordwand” wurde dies fortgesetzt.
Die Wartezeit vor dem “Schicksalsberg” war trotzdem hoch, etwa 20 Minuten stand ich und wartete bis ich endlich dran war. Vorher standen hunderte andere Läufer vor mir.
Und erneut wurden Läufer die das Hindernis ausließen und vorbeiliefen ausgebuht. Zu Recht!
Die Runde folgte ein zweites Mal. Diesmal keine Wartezeit am Hindernis 1 und auch sonst folgte nur eine Wartezeit von etwa 10 Minuten am Schicksalsberg.
Das kalte Wasser machte sich inzwischen bemerkbarer, der Schlamm des “Dirty Dancing” Schlammweges war durch die nachfolgenden Wasserhindernisse abgewaschen. Nur noch der Schlamm im Haar und am Oberkörper blieb erhalten, bis in Runde zwei erneut Dirty-Dancing wartete und anschließend kein Wasserhindernis mehr folgte.
Zudem machte der Schlamm die letzten Heuballen und die Reifenstappel schwieriger, da diese rutschig und glatt wurden.
Die Stimmung Richtung Ziel war großartig. Ich lief kurz nach 3 Stunden ein, davon etwa 1h Wartezeit und 2h für die 21 km und 450 Höhenmeter.
Anschließend ab in die Duschen und vielen nackten Männern, die darauf warteten dass die wenigen Duschen frei wurden und meist bereits erfahren hatten, dass die Duschen nur kaltes Wasser hergeben.
Schnell noch mit den letzten Euros auf der Ring-Card etwas zu trinken und Essen gekauft, noch ein Runnersshirt vom Strongman gekauft, da wir Wildcard-Inhaber kein Finishershirt bekamen und dann ab zurück nach Dresden.
Einerseits stolz wie Bolle, aber gleichzeitig auch etwas betrübt, weil 3h eine lange Zeit ist, 1h Wartezeit viel zu viel ist und man weiß, dass man hätte weiter vorne starten müssen um es dann in 2 Stunden zu schaffen.